Begegnung zwischen den Welten

Begegnung zwischen den Welten

Was uns über den Tod hinaus verbindet
160 Seiten, broschiert, 2-farbig
ISBN.-Nr.:978-3-89845-632-6
 
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Den Weg der Trauer beenden und in Verbundenheit leben.

Als ihr Sohn, vor mehr als zehn Jahren, mit siebzehn unvermittelt aus dem Leben gerissen und sie in die Welt der Trauer katapultiert wurde, begann für Dorothea Stockmar eine neue Zeitrechnung. 

»Ausdrucksstark, mit Tiefgang, zugleich mit poetischer Einfühlsamkeit beschreibt Dorothea Stockmar die Sehnsucht nach ihrem verstorbenen Kind und die sich wandelnde Einstellung zu ihrer Trauer in den vergangenen zehn Jahren.

Es gibt viele Menschen, die Nachtodkontakte erleben, jeder in einzigartiger Weise, auch wenn manche Parallelen der Begegnungen  bestehen. Solche Kontakte können nicht nur viel Trost schenken, sondern auch das Bewusst-sein und das Herz weiten.«       Christian von Kamp

Dorothea Stockmar möchte jedem Trauernden zeigen, dass es etwas gibt, was uns über den Tod hinaus mit den geliebten Menschen verbindet.

 

 

Rezension von Dr. Nicolay:

Einem Buch gerecht zu werden, dass auf der einen Seite ein so trauriges Thema hat wie den Tod eines Kindes und andererseits so wunderbar geschrieben ist wie das Buch von Dorothea Stockmar, finde ich nicht einfach.

Dorothea Stockmar war bereits viele Jahre als Trauer- und Sterbebegleiterin tätig, als eines Tages drei Männer vor ihrer Tür standen und ihr den Rucksack ihres siebzehnjährigen Sohnes Cajus entgegenhielten. „Hätte die Trauer einen Rhythmus, einen Takt, so wäre ich geneigt, die Trauer als unrhythmisch und taktlos zu bezeichnen. Ja, taktlos empfand ich auch jene drei Gestalten, die die Todesnachricht überbrachten.“ Cajus hatte sich wohl auf einem Bahnsteig bei der Suche nach seinem Handy zu weit vorgebeugt und war von einem vorbeifahrenden Güterzug erfasst worden. 

Wie kann man einen Schicksalsschlag wie den Tod eines Kindes aushalten und dennoch weiterleben? Das Buch bietet keinen billigen Trost. Dorothea Stockmar schildert die ganze Schwere und Last der Trauer, die sich auch auf körperlicher Ebene in Krankheiten, Schlaflosigkeit, Energielosigkeit und Benommenheit äußern kann. Gut gemeinter Trost kann als Vertröstung empfunden werden. Was kann in einer solchen Situation helfen? Abschalten konnte sie, wenn sie sich mit ganzem Herzen einer Sache hingab, zum Beispiel dem Schreiben und Malen. „Es ist ein Leben in Seelentiefe. In allem, was ich zu Papier bringe, leuchtet etwas von meinem verstorbenen Kind auf.“ Sie achtete auf innere Impulse. Diese veranlassten sie, dem verstorbenen Sohn Briefe zu schreiben. Gerade unter diesem Aspekt finde ich das Buch wertvoll für Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation der Trauer befinden. Sie erhalten Anregungen für ihren eigenen Umgang mit der Trauer.

Der Tod eines geliebten Menschen führt zwangsläufig an die Frage nach einem Weiterleben heran. Man kann die Frage abblocken, weil man meint, sie für sich schon beantwortet zu haben, oder weil man sich keinen „Illusionen“ hingeben will. Dorothea Stockmar ist offen. In der Auseinandersetzung mit dem Tod ihres Sohnes wächst in ihr die Gewissheit, „dass es die Trennung zwischen Diesseits und Jenseits nicht gibt“. Manchmal vernimmt sie die Stimme ihres Sohnes. „Er spricht zu mir in Worten des Herzens, die tief in meinem Inneren zum Klingen gebracht werden, wann immer ich mich der Kraft der Liebe anvertraue.“ Tröstende Botschaften kommen zum Beispiel, wenn ihre Gedanken unablässig mit quälenden Fragen beschäftigt sind, zum Beispiel mit der Frage, ob der Unfall hätte verhindert werden können. 

Die Einbeziehung der Frage nach dem Weiterleben ist in meinen Augen ein besonderer Vorzug des Buches. Hier werden Möglichkeiten der Trauerbewältigung sichtbar, die sonst aus der Diskussion herausgehalten werden. Menschen, die einen Verlust hatten, sagen oft, dass sie die Gegenwart des Verstorbenen um sich fühlen. Die Zuhörer schweigen dann meist betreten. Aber ein solches Erleben ist „normal“. Daran ist nichts Pathologisches. Wenn man das Buch von Dorothea Stockmar liest, begreift man den Wert, den das Bewusstsein der Gegenwart eines Verstorbenen hat. Eine Botschaft, die sie tröstete, lautet: „Manchmal erscheine ich dir in einem Gedanken, in einer Eingebung, dann wieder in einem Gefühl, einer Ahnung. Weder an Raum noch an Zeit gebunden, kann ich dir immer und überall nah sein.“

Dorothea Stockmar setzt sich in dem Buch auch mit sogenannten Nachtodbegegnungen auseinander. Angeregt dazu wurde sie bereits durch ihre langjährige Tätigkeit in der Hospizarbeit und Erfahrungen in einem buddhistischen Hospiz in Japan. Nachtodbegegnungen können auch in Träumen auftreten, die als besonders lebensnah und authentisch erlebt werden. So hatte die Schwester von Cajus kurz nach dem Unfall einen Traum, in dem ihr der Bruder zu verstehen gab, was geschehen war. „Ich ging noch mal zurück, da ich mein Handy vermisste. Habe nicht aufgepasst. Dann kam der Güterzug. Im selben Moment erschien ein Engel, der mich mitnahm.“ 

Begegnung zwischen den Welten ist ein mutiges, packendes Buch, das sehr bewegen kann. Es öffnet Tore in ungekannte Räume. Es zeigt Perspektiven auf und macht Hoffnung. Am Ende der Lektüre versteht man, dass die Liebe angesichts des Todes nicht scheitern muss, sondern nur verwandelt und auf eine andere Ebene gehoben wird. Trauer ist wie ein großer, schmerzhafter Transformationsprozess. Sie „verwandelt den, der sich verwandeln lässt.“ 

Dr. Joachim Nicolay 

Psychologe, Philosoph, Theologe und Vorsitzender des Netzwerkes Nahtoderfahrung e.V

www.netzwerk-nahtoderfahrung.org